Neues Bett für den Schleuterbach verändert auch die Umgebung im Naherholungsgebiet

Neuanpflanzungen standortgerechter Laubbäume werten das Areal ökologisch auf.

Sankt Augustin. Große Fortschritte macht der Umbau des Schleuterbaches in Niederpleis. Seit Beginn der Maßnahme vor wenigen Wochen legte der Wasserverband Rhein- Sieg- Kreis auf einer Länge von rund 600 Metern ein neues Bachbett Trasse für das Gewässer.  Der Anlass für das Großprojekt:  Der Schleuterbach soll künftig nicht mehr der Kanalisation,  sondern der Sieg zugeführt werden.

Der neue Bachlauf macht auch eine Umgestaltung der Umgebung notwendig, der  Baumbestand muss aus forstwirtschaftlichen-,  ökologischen-  und Sicherheitsgründen deutlich erhöht  werden.  Zu beiden Seiten des Spazierweges zwischen der Straße Am Kreuzeck und  der Grundschule am Pleiser Wald lichtete der Landesbetrieb Wald und Holz im Auftrag der Stadt Sankt Augustin das Areal.

So wurden Tannen- und Nadelgehölze gefällt, weil  aus Sicht der  Experten eine Aufforstung mit heimischen Baumarten sinnvoller ist.  Weitere  Gründe:   Tannennadeln  im Wasser beeinflussen die Qualität negativ, das Wasser versauert. Zudem sind ihre Wurzeln flach, in Ufernähe stehende Nadelgehölze stürzen  daher schneller um als tiefwurzelnde Laubbäume.  Aber auch einige bruchgefährdete Laubbäume wollen die Stadt Sankt Augustin, der Landbetrieb sowie  der Wasserverband – unter Berücksichtigung landschaftspflegerischer Aspekte –  in dem Gebiet fällen oder auf einer Höhe von vier bis sechs Metern kappen.

Hintergrund: Nach einem in den vergangenen Wochen erstellten Baumgutachten stellen die Bäume eine Gefahr für Spaziergänger dar, ¿wir sind froh, dass wir die meisten erhalten und nicht komplett Fällen müssen -, so Projektleiterin und Bauingenieurin  Sigrid Röhrich.   Zudem sollen Neuanpflanzungen standortgerechter, einheimischer Ufergehölze sowie gewässerbegleitende Baum- und Straucharten den  ökologischen Idealzustand sicherstellen.  Verbleibendes Totholz bietet den heimischen Tierarten wichtige Brut- und Nistplätze.

Neben der Verkehrssicherungspflicht beschäftigen  die Bauingenieurin und ihr Team auch zahlreiche wilde Kompostanalagen  direkt am nahe gelegenen Wohngebiet. Völlig offen ist noch, was mit einem imposanten, circa 30 Jahre alten südamerikanischen Mammutbaum geschehen soll.

Der Koloss steht direkt auf der Grenze zwischen dem Waldstück und einem Privatgarten  und stellt derzeit keine Gefahr dar. Die Fällung wäre mit besonderen Gefahren und großem Aufwand verbunden.  Im Sommer dieses Jahres wird mit dem Bau des Durchlasses  unter der Straße Am Kreuzeck begonnen. Das Ausschreibungsverfahren ist abgeschlossen und eine Fachfirma für Straßen- und Gewässerbau beauftragt.