Natur statt Beton für den Wolfsbach

Hennef. Immer schnurgeradeaus, das ist ordentlich. So lautete noch in den 70ern die Devise für die Gestaltung kleinerer Bachläufe. Betonschalen ersetzten das natürliche Bett des Wolfsbaches von der Straße am Kuckuck bis zum Pumpwerk der Stadt Hennef bei Sankt Augustin-Buisdorf. Auch in Hennef bekam der Wolfsbach ein enges Korsett, die wichtige Uferbepflanzung wurde beseitigt.

Was damals im Zuge so genannter Flurbereinigungsmaßnahmen auch in Geistingen geschah, wird jetzt rückgängig gemacht: Auf einer Strecke von rund 950 Metern zwischen der Gemeinschaftshauptschule Wehrstraße und der Frankfurter Straße soll der kleine Bach in seinem Unterlauf wieder freier fließen dürfen, ganz so wie in seinem Oberlauf.

Der Abschnitt entlang der Dürresbachstraße zwischen Söven und Geistingen gilt unter Biologen als vorbildlich. Doch in den Rohren unterhalb der Straßen und Plätze in Geistingen ist damit Schluss, wichtige Mikroorganismen sterben ab.

Nach den Sommerferien sollen die Arbeiten beginnen, so Martina Hirschberg, Geschäftsführerin des Wasserverbandes Rhein-Sieg-Kreis. Insgesamt 850.000 Euro kostet die Maßnahme am Wolfsbach. Bereits im vergangenen Jahr liefen die Planungen, jetzt liegt auch der Bewilligungsbescheid der Bezirksregierung vor.