Sankt Augustin.
Hochwasser macht vor kommunalen Grenzen nicht Halt. So wie bei anderen Kommunen können Teile Sankt Augustins auch durch Hochwasser aus so genannten Risikogewässern außerhalb des Stadtgebietes betroffen sein, kommentiert die Bezirksregierung Köln im Kommunensteckbrief Hochwasserrisikomanagement der Bezirksregierung Köln.

Interkommunale Zusammenarbeit bildet den Kern des neuen Konzepts für das Einzugsgebiet des Pleisbachs, das Geographen, Biologen, Biogeographen, Geoökologen, Landschaftsarchitekten- und planer sowie Ingenieure im Auftrag des Wasserverbandes Rhein-Sieg-Kreis bis Ende dieses Jahres erarbeiten.

„Aber auch Bürger sind gefragt“, betont Geschäftsführerin Martina Hirschberg, „alle Beteiligten werden in diesem Entwicklungsprozess gehört, verstanden und ernst genommen.“ Immerhin sind gleich vier Städte direkt betroffen: Neben Sankt Augustin auch Königswinter, Hennef und Bad Honnef. Die aktuelle Situation: Der Pleisbach gehört – wie Sieg, Wolfsbach und  Lauterbach – zu den so genannten Risikogewässern.

In Birlinghoven (Am Pleisbach und Lauterbach) sowie an der Mündung des Pleisbaches in die Sieg führen starke bis extreme Regenfälle zu Überschwemmungen von Wohn- und Industriegebieten. Die interkommunale und ganzheitliche Maßnahmenplanung soll sowohl den Hochwasser- und Gewässerschutz als auch Naturschutz, Landwirtschaft und Abwasserbeseitigung berücksichtigen. Erfreulich für die betroffenen Kommunen: das NRW-Umweltministerium begrüßt die Konzeptentwicklung sowie den Förderantrag für das Projekt.

Mit der Verknüpfung von Wasserrahmenrichtlinie (Qualität des Gewässers verbessern) und Hochwasserrisikomanagement (Maßnahmen zum Schutz vor Hochwasser entwickeln und realisieren) wird schrittweise ein Maßnahmenplan für Pleisbach, Lauterbach und Quirrenbach erstellt, der sowohl die Ziele des Hochwasserschutzes, als auch die des Gewässerschutzes vereint und dem Naturschutz dient. Hinzu kommt der Anspruch mögliche Synergieeffekte aufzudecken und kosteneffizient umzusetzen.

DIE GEWÄSSER-EXPERTEN ermitteln den Flächenbedarf sowie Bewirtschaftungsanforderungen und Kausalanalyse. Im Rahmen des Projektmanagements koordiniert das in Lohmar ansässige Unternehmen in enger Zusammenarbeit mit dem Wasserverband Rhein-Sieg-Kreis die Akteure verschiedener Ebenen. Geplant sind moderierte Beteiligungsangebote wie Ideenworkshops, Bürgerversammlungen sowie Gewässerbegehungen.

Das Ingenieurbüro Osterhammel befasst sich mit wasserwirtschaftlichen Fragestellungen, Modellierung und Hochwasserschutz. Die Experten aus Nümbrecht untersuchen unter anderem hydrologische und hydraulische Belastungen. Gewässerökologie, Landschaftsplanung und Naturschutz sind die Arbeitsschwerpunkte des Ingenieurbüros Rietmann aus Königswinter.